Fernweh - Limfjord

Sonntag, 11. Mai 2014

Manche Menschen zieht es immer wieder in die Ferne. Sei es, weil sie sich nicht sicher sind, ihren Platz auf dieser Welt bereits gefunden zu haben, oder weil die Neugierde auf fremde Länder und Kulturen in ihnen schlummert. Bei mir ist es eine Mischung aus beidem. Mal wieder einen Urlaub machen, das wärs jetzt..
Diesmal möchte ich euch einen Teil Dänemarks vorstellen:
Der Limfjord ist eine Meeresenge zwischen der Halbinsel Jütland und Vendsyssel-Thy in Dänemark.Größte Stadt und wichtigster Hafen am Limfjord ist Aalborg. Dort führen eine Eisenbahn- und mit der Limfjordsbroen eine Straßenbrücke in den Norden der Stadt, nach Nørresundby.

Limfjord-Odby Bugt
Odby Bugt

Der hungrige Gast kann im Limfjordsland eine umfangreiche Auswahl an Speisestätten finden. Vom Imbiss und Diner über Cafés, Gasthöfe bis hin zu Toprestaurants. Die lokale Rohwaren sind von sehr hoher Qualität, was wir von unserem heimischen Lebensmitteln, nun nicht wirklich behaupten können, wenn man mal ehrlich ist. Fisch und Meeresfrüchte sind aus dem Limfjordsland nicht wegzudenken und faktisch von solch einer Selbstverständlichkeit, das fast jeder Gasthof und jedes Restaurant mehrere Gerichte anzubieten hat. Einer der Klassiker ist die Limfjordsauster mit ein wenig Zitrone und anstatt dem üblichen Champagner ein gutes Porter, z.B. vom Fur Brauhaus.Betritt man einen der königlich privilegierten Gasthöfe, kann man, außer ein Geschmackerlebnis mit nach Hause zu nehmen, oft auch etwas über die nicht selten mehrere hundert Jahre alte Geschichte des Hause erfahren. Und er sich gern mal ein Spnäpschen trinkt, der kann der Schnapsroute folgen und sich in einem der angeschlossenen Gasthöfe verwöhnen lassen. Einige dieser Gasthöfe teilen gerne ihr Geheimnis um einen guten hausgemachten Schnaps mit ihren Gästen auf einer Wandertour, bei der man alles über einen guten und selbstgemachten Schnaps erlernen kann.

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Bei einem Auslandsaufenhalt möchte ich immer soviel Kultur und Kunst des Landes wie möglich erleben.. Viele der Kunstwerke, die man im Limfjordsland bestaunen kann, haben oft entweder etwas mit der Natur oder lokalen Geschichten und Traditionen gemeinsam. Bildkunst kann man in einem der vielen Kunstmuseen  besichtigen, doch auch Skulpturen und andere Formen der Kunst sind in diesen Museen zu finden.Wenn man mal vor Ort ist, muss man unbedingt folgenden drei Kunstmuseen einen Besuch abstatten: Das Museum für religiöse Kunst in Lemvig, das Holstebro Kunstmuseum und das Kunstmuseum Krydsfelt Skive. Kunst im Freien, speziell Skulptur- und Bildhauerkunst, prägen oft lokale Ortsbilder und sind vielerorts fester Bestandteil des Alltages. 
Südlich von Lemvig, im kleinen Ort Bøvlingbjerg, ist Dänemarks einzige Hornwarenfabrik zu finden, die ihre zum größten Teil in Handarbeit hergestellten Gebrauchskunstgegenstände nach ganz Europa und andere Teile der Welt exportiert. Einst fester Bestandteil von ärmlichen Haushalten, ist diese Hornkunst heutzutage eher im Bereich von Prestige und Luxus anzutreffen. Ein Besuch dieses traditionellen Handwerksbetriebes gibt jedem Interessierten Einblick in die Produktion von Besteck, Schmuck und anderen Waren, die jedes Stück für sich ein Unikum sind.
Burg Spøttrup ist als Dänemarks bestens erhaltene Mittelalterburg schon ein Klassiker oder das Hjerl Hede Freilichtmuseum, ein Dorf wie zu 1900. Beide bieten eine Art kulturelle Zeitreise an, wenn sie in den Sommermonaten zum Leben erwachen und das Leben von anno dazumal nachstellen. Am Leuchtturm Bovbjerg Fyr nahe Lemvig kann im Sommer Freilufttheater der besonderen Art erlebt werden, wenige Meter von und 40 Meter über der Nordseeküste. Die Nachtwächter, die in den Sommermonaten mit Morgenstern und Gesang die Stadt patrouillieren (z.B. Holstebro und Lemvig) und Geschichten aus einer vergangen Zeit erzählen, sind ebenfalls interessant zu folgen. Die lokalen Tourist Büros helfen einem da sicherlich gerne weiter.
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 An den Stränden des Limfjordes kann man die Natur und den Sonnenschein genießen. Sichere Badegewässer ohne gefährliche Strömungen oder haushohe Wellen geben, dass die Küsten Familien geeignet sind. Die Küsten haben oft Kiesstrände, doch gibt es eine größere Anzahl leicht erreichbarer Sandstrände. Im Raum Struer kann man beruhigt ins Wasser gehen, am Fuß der Steilküste von Toftum Bjerge, bei Humlum Camping und dem Fischerdörfchen, samt anderen Stellen entlang den Küsten von Thyholm. Die Fjordinseln Venø und Jegindø bieten sowohl eine schöne Natur als auch eine Aussicht der anderen Art, wenn man in Richtung der Küsten des Festlandes sieht. Bei Ejsingholm Strand als auch Handbjerg Strand lädt die Holstebro Kommune zum Baden ein an deren Sandstrände. Salling und Fur bieten insgesamt 16 sichere Badestrände.

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 Die Hügel bei Hygum, Hygumbakkerne, im westlichen Teil der Lemvig Kommune bieten einen einzigartigen Aussichtspunkt über den größten Teil des westlichen Limfjordes, der Nissum Bredning. Im Staatsforst Klosterheden, südlich vom Ort Lemvig, gibt es mehrere Routen, auf denen man durch den 64 km2 Forst gehen oder radeln kann und auf eine reichhaltige Fauna und Flora trifft. Für Mountainbiker bietet Klosterheden Dänemarks längste Terrain-Strecke mit 50 km. Vielerorts kann man dort Spuren von Bieber finden. In Toftum Bjerge, im östlichen Teil der Nissum Bredning, kann man die Aussicht von der ca. 50 m hohen Steilküste oder aus der Luft vom Paraglider aus genießen.Venø befindet sich östlich von Toftum Bjerge. Die Insel ist 7,5 km lang und 1,5 km breit an ihrer breitesten Stelle.
 Im Raum Holstebro kann man die einzigartige Natur des Flusses Storå in den Sommermonaten vom Kanu oder Kajak aus erleben. Der Fluss ist Dänemarks längster mit seinen ca. 104 km Länge und endet im Nissum Fjord, im südwestlichen Teil der Holstebro Kommune. Am Stubbergård See befindet sich eines der Beispiele für naturschöne Wanderrouten in der Holstebro Kommune. Am östlichen Ende des Sees liegt die gut bewahrte Ruine des Stubber Kloster.

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Auch ist der Limfjord eine große Schatzkammer voll mit Erzählungen. In den Kalenderwochen 27 – 33 kann man bis zu 30 verschieden Erzählungen im Limfjordsland folgen. Ein Großteil der Erzählungen wird auch in Woche 42 durchgeführt, während ein Teil der Erzähllokationen auch Aktivitäten in Verbindung mit der Oyster Trophee Week anbieten. Die Limfjordserzählungen berühren unter anderem Themen aus dem Bereich Natur, Kultur und Gewässer. Alles, was man benötigt um an einer Erzählung teilzunehmen, ist am bekanntgegebenen Ort und Zeitpunkt einzutreffen und eine Eintrittskarte beim Erzähler zu erwerben. Kinder unter 12 dürfen das Ereignis sogar kostenlos miterleben. Außer den Limfjordserzählungen besteht auch die Möglichkeit, etwas über das Leben im Limfjord von den Biologen des Limfjordsmuseums zu erlernen. Die Museumsbiologen werden in den Sommermonaten von Biologiestudenten führender dänischer Universitäten unterstützt. Aktivitäten der Museumsbiologen, bei denen man mit Waders und Kescher in den Fjord geht, sind meist gratis und man kann unter anderem vieles über Krebse, Seesterne, Fortpflanzung der Fische auf die lebende, spaßige Art und Weise erlernen. Für die Saison 2014 ist geplant außer in den Sprachen Dänisch und Englisch die Limfjordserzählungen teilweise auch in deutscher Sprache anzubieten.

 Der Limfjord ist jedoch viel mehr als einzigartige - und vielerorts unberührte - Natur. Er ist eine Geschichte vom Überleben, um Härte, um Stolz, mit dem Wind als auch bei Gegenwind. Um Reiselust und Seglergelassenheit. Es ist eine Geschichte ohne große Denkmäler. Ohne Glanz und Gloria. Doch eine Geschichte, die man überall fühlen kann. In dem eigensinnigen und verschmitzten Lächeln der Lokalen, in Limfjordserzählungen, in den Schiffen im Hafen, in den Augen der Fischer und im Schnaps im Wirtshaus. Am Limfjord betritt man eine stimmungsvolle Kultur - entstammend einer einzigartigen Geschichte. Eine Kultur, in der die Natur sicher schön ist, jedoch zuerst und auch zu guter Letzt der Weg zum Überleben war. In der Fischerei und Landwirtschaft eine Zivilisation mit einzigartigen Charakterzügen geschaffen haben. Ein Gebiet, das - ohne das es viele wissen - die weltbesten Bedingungen für Fisch und Schalentiere bietet, und heute Rohwaren von Weltklasse zu den erlesensten und exklusivsten Restaurants liefert. Vom Fjord als auch vom Feld. Der Limfjord wurde nicht erst für Touristen geschaffen, der war schon immer da. Als ein Zeuge von den Kräften der Natur, als ein gut bewahrtes Stück Kulturgeschichte, als eine feine Perle hinter dem harten Äußeren. Hier gibt es keine passiven Massenunterhaltungen oder durchgeplanten Aktivitäten. Am Limfjord erlebt man. Nicht mit großen Gesten, heftig oder laut. Doch mit dem ganzen Körper. Still, leise und ganz aus der Nähe. Mit Luft und Platz zum Durchatmen.


So, das war mein etwas ausführlicherer Reiseführer zum Limfjord. Vielleicht habe ich es ja dem ein oder anderem schmackhaft gemacht, mal einen Ausflug dorthin zu machen. Ich bin jedenfalls Urlaubsreif, nach meiner Bachelorarbeit.
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Kommentare:

  1. Ich hasse dich dafür :D
    Ich hab mich auch für die Kampagne beworben, wohne sogar in Norddeutschland und ich LIIIIIEEEEBE Dänemark. Mein Blog ist aber leider nur auf die Warteliste gerückt. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie traurig ich war xD
    Dein Artikel ist aber sehr schön geworden! Ich hoffe es hat dir Spaß gemacht, daran zu arbeiten! :)

    Liebe Grüße

    Kevin (http://www.daydreamer-kev.blogspot.de/)

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  2. Hahaha Sorry, dass ich dir den Platz wegeschnappt habe :D Vielleicht hast du ja noch Glück! Ich bin nun auch noch in diese Radsüden Kampagne mit reingerutscht,weil einer absprang und darf bald in Heilbronn radeln, yay:D
    Danke, es hat mir auf jeden Fall Freude bereitet,den Artikel zu schreiben. Ich informier mich sowieso sehr gern über schöne Reiseziele :)

    Liebe Grüße,
    Andrea

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