29. Internationale Stummfilmtage in Bonn

Mittwoch, 14. August 2013

Es laufen noch bis zum Ende dieser Woche (dem 18.8.2013) die Internationalen Stummfilmtage in Bonn, besser gesagt im Arkadenhof der Bonner Uni, und da ich eine Vorliebe für Stummfilme oder allgemein für Schwarz-Weiß Filme habe, hatte ich der Veranstaltung am Dienstag einen Besuch abgestattet. Es lief zur Einstimming der französischer Avantgardekurzfilm Cinq Minutes de Cinema Pur, bei dem 5 Minuten lang, meist durch Überblendung, eine Folge sich drehender, glitzernder Glas- und Kristallformen., die sich mit Negativaufnahmen von Bäumen und Wasserspiegelungen abwechselten, dargestellt wurden.
Regie führte Henri Chomette, einem der führenden Figuren der französischen Avantgardefilmbewegung. Das Jahr der Erstaufführung war 1923.

Was folge war der Haupfilm des Abend: Le Brasier Ardent (Ehegeschichten), ein ebenfalls 1923 erstaufgeführter Stummfilm des damals sehr bekannten russischen Schauspielers Iwan Mosjukin. Er spielte die Hauptrolle neben seiner Filmpartnerin Nathalie Lissenko (welche auch im wahren Leben seine Fraue war) und war gleichzeitig der Ressiguer des Films.
Eine etwas phantastische Geschichte, untermalt mit einer humoristischen Art, die mich dann auch tatsächlich  zum Lachen gebracht hatte. Ein Ehemann fühlt sich betrogen und glaubt mit einem Detektiv nicht nur die ihm entwendete Aktentasche wieder finden zu können, sondern auch die Seele seiner Frau, die ihn scheinbar nicht mehr so liebe wie früher- Schließlich erkennt er, dass er und seine junge Frau nicht zusammenpassen und überlässt der Frau ihrer wahren Liebe zu folgen, dem Detektiven, der sie bereits zu Beginn des Films in ihren Alpträumen unter wechselnden Identitäten, heimgesucht hatte.
Iwan Mosjukin & Nathalie Lissenko

Für mich war es ein wirklich schöner Abend. Es gab auch ein Bierzelt, was mir die Wartezeit bis zum Beginn des Films um 21 Uhr erheblich erleichtert hat, da ich wirklich viel zu früh da war ;) 
Begleitet wurde die Aufführung von Joachim Bärenz mit einem Live- Piano. Der Komponist war bereits seit 1985 jährlich zu Gast bei den Stummfilmtagen und gab auch dieses Mal seine Kunst zum Besten.

Mit dem Ende der Vorstellung, endete meine Reise jedoch noch lange nicht. Die Bahnverbindungen unter der Woche sind ja Nachts katastrophal. So brauchte ich von Bonn bis zu meinem Kuhdort über 7 Stunden und war erst morgens um 7 Uhr zu hause, obwohl die Vorstellung um 11 Uhr schon längst zu Ende war.
Ein großes Danke an dieser Stellen an die Deutsche Bahn.
Es war aber nichtsdestotrotz ein schöner Filmeabend und wer ebenfalls in die traumhaft-phantastische Welt der Stummfilme eintauchen möchte, kann sich auch Online auf der offiziellen Webseite im Programmheft  mal anschauen, was bis Sonntag noch alles aufgeführt wird.
Und eine gutgemeinter Rat von mir: Kommt mit dem Auto.

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© Fräulein Medea Maira Gall.