Auberginen & Absinth

Samstag, 27. Juli 2013

Zu wohl keinem anderen Getränk existieren mehr phantastische Geschichten als zum Absinth. Als inspiratives Getränk der Künstler und Intellektuellen seit dem endenden 19. Jahrhundert wie auch als Seelentröster für das einfache Volk erlangte die smaragdgrüne Flüssigkeit einen geradezu legendären Ruf. Ob Van Goghs Farbenrausch oder Baudelaires melancholischen Gedichte, sie alle entstanden vermutlich unter dem Einfluss der Grünen Fee, die die Kreativen zwar beflügelte, sie bei allzu großer Absinth-Liebe allerdings auch in die Gosse trieb.

Der damalige Absinth enthielt unkontrollierte Mengen an Thujon, eines Inhaltstoffes des Wermutextraktes, dem eine ähnliche bewusstseinserweiternde Wirkung wie dem THC nachgesagt wird.
Der starke Missbrauch des hochprozentigen Getränks zur Zeit des 1. Weltkriegs, als nicht nur französische sondern auch deutsche Soldaten die Kriegshölle auszublenden versuchten, war einer der Hauptgründe, die zu einem Absinth-Verbot in beinahe allen westlichen Staaten im Jahre 1923 führten. Es wird heute bezweifelt, ob die Gefahren damals nicht dramatisiert worden sind. Bei drastischen Fällen wurde später nachgewiesen, dass der erhoffte Genuss gepanscht war und die Gesundheitsschäden von teilweise verwendeten minderwertigen Alkohol herrührten.
Heutzutage ist das Getränk natürlich wieder legalisiert worden und mit weitaus qualitativeren Zutaten hergestellt.
 
Schon seit längerem hatte ich dieses Rezept, was ich heute vorstellen möchte, im Hinterkopf, doch es fehlte mir immer die Zeit oder die Motivation es in die Realität umzusetzen.. Aber nun ist es soweit! Ich hatte mir vor zig Jahren mal ein Absinth Kochbuch geholt, immer wieder drin rungeblättert und mich nicht entscheiden können, was ich als erstes überhaupt daraus kochen soll. Ich habe mich für die
Gefüllten Auberginen mit Frischkäse und Tomaten entschieden.
Zur Zubereitung:

Auberginen
Die Auberginen längs in Scheiben schneiden. In Olivenöl, Kräutern und Knoblauch goldgelb braten. Leicht salzen, pfeffern und auskühlen lassen.

Käse
Den Käse mit dem Pesto, dem Absinth und einem Teil der Vinaigrette marinieren. Gehackten Thymian dazugeben. Eine Frischkäsenocke jeweils auf das untere Ende der Auberginenscheiben setzen, einrollen und kalt stellen

Tomaten
Die Roma-Tomaten in Scheiben schneiden, die getrockneten Tomaten würfeln, den Lauch in Ringe schneiden und alles zu einem Salat vermischen. Die Pinienkerne rösten und unterheben.
Tomaten mit den Blattsalaten garnieren, mit der restlichen Vinaigrette marinieren und mit den Auberginen vollenden.

Ich habe anstatt Blattsalat Rotkohl genommen und anstatt grünem Pesto, der zugegebenermaßen von der Farbe her, besser zum Absinth gepasst hätte, scharfes rotes Pesto genommen.

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, habe ich für das Olivenöl das neu auf dem Markt erschienene Bertolli Olivenöl-Spray benutzt. Ich muss sagen, ich bin etwas zwiegespalten was das Produkt anbelangt. Einerseits fand ich es super zum Dosieren, jedoch spritzte es, als ich es in die Pfanne gesprüht habe, auch dorthin wo ich es eigentlich nicht haben wollte und zwar außerhalb der Pfanne & letzten Endes war der ganze Herd mit einer leichten Ölschicht benetzt. Naja, vielleicht habe ich mich auch nur etwas ungeschickt angestellt.

Und so sieht das Ganze dann am Ende aus:

Ich kann das Rezept nur weiterempfehlen, es hat wirklich sehr,sehr gut geschmeckt!


Und bei meiner Absinthrecherche bin ich auch auf die Seite Cocktails Old Faschioned gestoßen, welche unter anderem verschiedene Absinth-Bars in Berlin vorstellt, darunter Admirals Absinth Bar:
Einfach auf das Bild klicken, dann gelangt ihr zur Seite
Ich fand die Seite sehr interessant. Für alle die ihr Getränk gerne in einem schönen Ambiente zu sich nehmen
.
In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachkochen und Prost !

Keine Kommentare

Kommentar veröffentlichen

© Fräulein Medea Maira Gall.